Betrieb

Der Offshore-Windpark alpha ventus wird von Land aus betrieben. Alle Windenergieanlagen und das Umspannwerk können dazu aus dem Betriebsbüro in der ostfriesischen Stadt Norden überwacht und gesteuert werden. Trotz dieser Fernüberwachung sind regemäßig Offshore-Einsätze des Windparkpersonals nötig. Dazu zählen Routine-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten.

Die Servicetechniker gelangen zu Wasser oder aus der Luft in den Offshore-Park – je nachdem, wie die Wetterlage es zulässt. Günstiger und praktischer geht es per Schiff, vor allem, weil es mehr Personen und Ladung transportieren kann. Vom Schiff auf eine der Anlagen überzusteigen, ist jedoch aus Sicherheitsgründen nur bis zu einer signifikanten (durchschnittlichen) Wellenhöhe von 1,5 Metern erlaubt. Das Windpark-eigene Shuttleboot wird daher hauptsächlich im Frühling und Sommer für Servicefahrten genutzt, wenn die See nicht so rau ist. 

Eine Alternative aus der Luft bietet der Service-Helikopter. Dieser kann die Windenergieanlagen unabhängig vom Wellengang und auch bei relativ hohen Windstärken anfliegen. Auf jeder Anlage befindet sich deshalb eine Abseilpattform, auf die die Servicetechniker aus dem Helikopter heraus abgeseilt werden. Auf der Windturbine landen kann ein Helikopter jedoch nicht. Zu diesem Zweck befindet sich ein eigenes Helikopterdeck auf dem Offshore-Umspannwerk im Windpark. 

Für alle Einsätze gelten sehr hohe Sicherheitsanforderungen. Und auch die Anlagen selber sind mit umfassenden Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Dazu gehören eine Erste-Hilfe-Ausstattung und Kommunikationsmittel wie beispielsweise mehrere Telefone auf allen Windenergieanlagen. Das Servicepersonal hat eine zertifizierte Ausbildung zur Sicherheit auf See und bei Helikopterflügen absolviert und wird regelmäßig arbeitsmedizinisch untersucht. Im behördlich genehmigten Schutz- und Sicherheitskonzept sind Ablaufroutinen und die lückenlose Kommunikation mit dem Betriebsbüro festgelegt. So ist sichergestellt, dass alle Arbeiten koordiniert erfolgen und z. B. schnell auf wechselnde Wetterverhältnisse reagiert werden kann. Notfallpläne, die mit den öffentlichen Einrichtungen für die Seeverkehrsüberwachung und Seenotrettung abgestimmt sind, ergänzen die Sicherheitsmaßnahmen.

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Rahmendaten Betrieb

Betriebszentrale der DOTI:Norden
VersorgungshafenNorden-Norddeich
VersorgungsflugplatzEmden
WartungsschiffWindforce 1

Häufige Fragen zum Betrieb

Wo befindet sich die "Zentrale" des Windparks?

Die Stadt Norden im Landkreis Aurich ist der Onshore-Fokus von alpha ventus. Hier liegen Betriebsbüro und – am Hafen von Norddeich – das Offshore-Wartungsschiff „Windforce I“. In der Leitstelle arbeiten in der Regel pro Schicht zwei Betriebsführer. Dort laufen alle Informationen und Daten zusammen. Auf mehreren Bildschirmen wird der Betriebszu-stand des Windparks in Echtzeit dargestellt – per Bild, Karten, Grafiken und Zahlen. Zu den erfassten Betriebsdaten zählen u.a. Windgeschwindigkeit, Leistungsabgaben, Drehzahlen, Öltemperaturen und Ausrichtung der Gondeln. Die Daten werden über ein CMS (Condition Monitoring System) überwacht und ausgewertet, so dass frühzeitig ungewöhnliche Werte erkannt und Maßnahmen ergriffen werden können. Die Betriebsführer koordinieren und überwachen die Einsätze der Serviceteams im Windpark und stehen diesen zu jeder Zeit als Ansprechpartner an Land zur Verfügung. Über eine steuerbare und mehrere fixe Webcams sowie über ein im Windpark installiertes Radar verfolgen die Betriebsführer auch die Helikopterflüge und Schiffsbewegungen im Windpark.

Wann werden die Windenergieanlagen gewartet?

Die planmäßige Jahres-Wartung der Anlagen erfolgt im Frühjahr und Sommer, wenn die Wetterbedingungen die Anfahrt mit dem Wartungsschiff „Windforce I“ erlauben. Der Umfang und die Frequenz der Wartungsarbeiten werden durch die Hersteller Senvion (vormals: REpower) und Adwen (vormals AREVA Wind bzw. Multibrid) der beiden Windenergieanlagentypen bestimmt. Die Wartungskonzepte sind wiederum zertifiziert und gehen als Grundlage mit in die behördlich vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfungen ein.

Wie läuft ein durchschnittlicher offshore Arbeitstag ab?

Der Arbeitstag eines Offshore-Servicetechnikers beginnt am frühen Morgen, meist gegen 6.00h, im Hafen von Norddeich. Nach dem Beladen der „Windforce I“ mit allen für den War-tungseinsatz erforderlichen Werkzeugen und sonstigen Materialien und dem Einchecken des Wartungsteams an Bord nimmt das Schiff seine circa zweistündige Fahrt zu alpha ventus auf. Der gesamte Arbeitstag kann im Sommer rund 12 Stunden dauern. An Bord haben jeweils mehrere Service-Teams bzw. maximal 25 Personen Platz.

Benötigte Ersatzteile und Werkzeug werden in Containern oder großen Sack-Körben, den „Big Bags“ transportiert; diese können vom Achterdeck des Servicebootes direkt mit den Kränen, die auf der Service-Plattform jeder Windenergieanlage angebracht sind, direkt nach oben auf die Windenergieanlage verladen werden. Der direkte Überstieg vom Boot auf die Windenergieanlagen ist nur ohne Gepäck möglich.

Aus Sicherheitsgründen arbeiten immer mindestens drei Monteure gemeinsam auf einer Windenergieanlage.

Zu den Arbeiten zählen Korrosionsschutzmaßnahmen, die Überprüfung von Sicherheitseinrichtungen, der Austausch defekter Komponenten und das Auffüllen von Betriebsstoffen wie Schmiermittel oder Kühlflüssigkeiten.

Entspricht die produzierte Strommenge den Erwartungen?

Mehr als das, der Energieertrag von alpha ventus liegt rund 7 Prozent über den vor Betriebsbeginn erstellten Prognosen.

In den Betriebsjahren 2011 bis 2014 hat alpha ventus insgesamt 16.582 Volllaststunden erreicht und 994,9 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert. Der Ertrag beläuft sich damit auf durchschnittlich 248,73 GWh pro Jahr und übertrifft die Prognosen um rund sieben Prozent.

Wie lange kann alpha ventus am Netz bleiben?

Die Genehmigung sieht für alpha ventus einen Rückbau nach 20 Jahren vor. Bei Windenergieanlagen an Land wird dabei in der Regel das Betonfundament durch den Betreiber entsorgt, die Anlagen durch den jeweiligen Hersteller entsorgt bzw. recycelt.

Gibt es öffentlich zugängliche Messdaten aus dem laufenden Betrieb?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Betriebsdaten nicht von der DOTI zur Verfügung gestellt werden können; auch nicht für Forschungsprojekte.

Das BMU hat – in Projektträgerschaft des PTJ – eine Begleitforschung zu alpha ventus (www.RAVE-offshore.de) initiiert, u. a. um eine Datenerfassungen und -auswertung zu ermöglichen. Die Koordination liegt beim Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesysteme IWES, darunter findet sich das Projekt Offshore WMEP, das eine Vielzahl von Parametern erfasst.

Netzkennzahlen finden sieh hier: TenneT Transparenz

Können Endkunden Strom von alpha ventus kaufen?

Endkunden können nicht direkt an alpha ventus angebunden werden.

Dies gilt nicht nur für Offshore-Energie, sondern für alle regenerativ erzeugten Strommengen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das deutsche Stromnetz eingespeist werden. Wie Strom aus anderen Energiequellen fließt die Stromproduktion von alpha ventus in den deutschen Energiemix.

Endkunden können sich bei der Wahl ihres Tarifs bei den Betreibern EWE, E.ON Climate & Renewables und Vattenfall Europe Windkraft dann jeweils für das Angebot mit dem höchsten Anteil an Erneuerbaren Energien entscheiden.

Wie wirkt sich Bau und Betrieb von Offshore-Windenergie auf den Strompreis aus?

Die Auswirkungen auf den Strompreis sind durch den politischen Rahmen geregelt.

Je nachdem, wann ein Offshore-Windpark ans Netz geht, gewährt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dem Betreiber unterschiedliche Vergütungssätze für eingespeisten Strom. Außerdem können die Netzbetreiber die Anschlusskosten von Offshore-Windparks nach dem Infrastrukturplanungsbeschleunigungsgesetz von 2008 auf den Strompreis umlegen.

Die aktuellen Regelungen finden Sie hier: BMWi Informationsportal Erneuerbare Energien 

Wieviel Strom speist alpha ventus tatsächlich ins Stromnetz ein?

Der Netzbetreiber TenneT veröffentlicht die tatsächliche und prognostizierte Einspeisewerte auf seiner Webseite. Die Einspeisedaten „Anteil Offshore“ entsprechen bis zum 3. Dezember 2010 der Energieerzeugung von alpha ventus. Mittlerweile sind Stand Ende 2015 über 700 Windenergieanlagen in der Nordsee installiert und speisen Strom in das deutsche Übertragungsnetz ein.

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